Magensäure bei Hunden

Published : 11.05.2021 09:09:45
Categories : Barf

Magensäure bei Hunden in Verbindung mit B.A.R.F.

Wenn es um die korrekte Fütterung von Hunden geht, spalten sich die Meinungen der Tierhalter. Jeder möchte seinem vierbeinigen Freund nur das Beste geben, um ihn fit und vital zu halten. Eine relativ beliebte, aber noch nicht sehr verbreitete Ernährungsweise ist das Barfen. Die Abkürzung BARF stand ursprünglich für „Born-Again Raw Feeders“, zu Deutsch: wiedergeborene Rohfütterer. Doch nach und nach wandelte sich der Begriff und viele interpretieren ihn heute als „Bones and Raw Food“, also „Knochen und rohes Futter“. Dies erklärt exakt, was Barfen ist, nämlich die Fütterung ausschließlich roher Nahrungsmittel. Als Beispiel dient den Besitzern das instinktive Verhalten von Wölfen, die ganze Tiere reißen.


Der Grund, warum viele Hundebesitzer auf Barf setzen, ist, dass sie an die ursprünglichste und instinktivste Ernährungsweise glauben. Denn wenn es für die Vorfahren des Hundes, für die Wölfe, die richtige Nahrung war, muss sie doch auch für die Hunde noch angemessen sein. Darüber hinaus geht aus vielen Erfahrungsberichten hervor, dass die Hunde, die roh gefüttert werden, weißere Zähne, glänzenderes Fell und bessere Krallen aufweisen.

Hilfreiche Tipps, zum optimalen Barfen

Durch die rohe Fütterung bekommt der Hund zwar viel Calcium, viele Proteine und Eisen, jedoch benötigt er noch weitere Nährstoffe für eine optimale Gesundheit. Ein gutes, rohes Nahrungsmittel dafür ist der Grüne Pansen von Rindern. Dies ist der Magen der Rinder, in denen pflanzliche Nahrung zersetzt wird, damit die Gräser und Pflanzen besser verdaut werden können. Somit enthält ein Grüner Pansen aus den Pflanzenresten viele Mineralstoffe, Vitamine und probiotische Kulturen. Es ist also ein Barf-orientiertes Nahrungsmittel mit zusätzlichen Nährstoffen, die der Gesundheit und der Verdauung des Hundes förderlich sind.

Außerdem ist Abwechslung und Vielfältigkeit essentiell, um eine gesunde Ernährung zu garantieren. Auch damals schon, bevor Wölfe oder Hunde domestiziert wurden, war der Futtervorrat sehr vielfältig. Sie aßen Innereien, Sehnen, Muskeln und in sehr geringen Teilen auch Obst und Gemüse. Dies sollte adaptiert werden, damit der Hund alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine aufnehmen kann.

Bei der Sorte des Fleisches kann sowohl auf den Geldbeutel, als auch auf die Vorliebe seines Tiers gehört werden. Rindfleisch ist meistens sehr beliebt und zudem preiswert. Wild kommt mit vielen Proteinen und wichtigen Mineralien. Jedoch können Hunde auch bedenkenlos Pute, Hühner oder Gans verzehren. Wichtig dabei ist, auf eine gute Qualität zu achten, um Salmonellen oder Schadstoffe zu vermeiden. Einzig und allein Schwein sollte nicht roh verfüttert werden, da dieses Fleisch meist Viren enthält, die zunächst erhitzt werden müssen.

Der Rhythmus der Essensaufnahme sollte ebenfalls durchdacht sein, vor allem dann, wenn der Hund bereits Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt aufweist. Bei ausgewachsenen Hunden hat sich herausgestellt, dass sie zwei Fütterungen am Tag am besten vertragen. Auf diese Weise können sie optimal verdauen und die meisten Nährstoffe aufnehmen. Zwischen den Mahlzeiten, sowie vor der nächsten Bewegung sollten immer mindestens zwei Stunden liegen. Dies sorgt für einen beruhigten Magen. Wer seinen Hund ständig füttert und danach direkt trainiert, riskiert, dass sich der Magen seines Tieres umdreht.

Gibt es Risiken beim Barfen?

Das Barfen wird nach wie vor von vielen Menschen sehr kritisch betrachtet. Hierbei lässt sich anmerken, dass diese Ernährungsweise nur mit viel Fachwissen und Recherche aufgenommen werden sollte. Das rohe Futter ist nur dann gut für den Hund, wenn das Herrchen weiß, welche Nährstoffe worin enthalten sind und wie man rundum für die Gesundheit des Hundes garantieren kann. Für eine Beratung dürfen Sie gerne auf uns zukommen.

Enthalten die Mahlzeiten zu viel Eiweiß, so kann das unverdaute Eiweiß in den Dickdarm gelangen, wodurch Ammoniak und Amine entstehen. Dies kann sich vor allem bei älteren Tieren negativ auf die Funktion der Nieren und der Leber auswirken. Deshalb ist Eiweiß im Alter zwar wichtig, jedoch muss auch hier die Menge stimmen.

Insbesondere die Verfütterung von Knochen sollte durchdacht sein. Zu viele Knochenteile können zu einer Überversorgung an Calcium führen, während zu wenig Knochen meist in einer Unterversorgung an Calcium resultieren. Dies wirkt sich wiederum auf das Knochengerüst des Hundes aus und schwächt sie.

Was passiert, wenn der Hund zu viel Magensäure produziert?

Fleischfresser haben grundsätzlich eine stärkere Magensäure, als Pflanzenfresser. Dies sorgt dafür, dass die Fleischfresser auch größere Knochenteile im Magen zersetzen können und dass sie resistenter gegen Bakterien und Viren werden. Wer seinen Hund nun vermehrt roh und mit Fleisch füttert, regt die Produktion und Intensivität der Säure im Magen zusätzlich an. Dies ist bedenkenlos, solange es nicht zur Übersäuerung kommt.

Eine Übersäuerung ist daher gefährlich und muss schnell behandelt werden, weil sie auf Dauer die Magenschleimhaut angreifen und sich zu einer Gastritis entwickeln kann. Sollte ihr Hund, insbesondere nach der Umstellung zum Barfen, sich vermehrt erbrechen, aus dem Maul stinken, viel Gras fressen oder oft Appetitlosigkeit aufweisen, sind dies Anzeichen für eine Übersäuerung.

Bei einer Übersäuerung des Magens kann zunächst für zwei bis drei Tage Schonkost verabreicht werden. Verhält sich der Hund danach wieder normal, war der Auslöser wahrscheinlich nicht das rohe Futter und es kann ganz normal weiter gefüttert werden. Doch wenn dies nicht hilft und die Symptome anhalten, muss mehr geändert werden. Zunächst kann das Zeitfenster zwischen den Mahlzeiten verlängert werden, damit sich der Magen beruhigen kann. Außerdem können feste Muster für die Fütterung etabliert werden, damit sich der Magen des Hundes daran gewöhnt.


Was passiert, wenn der Hund zu wenig Magensäure produziert?

Auch eine Unterproduktion kann für den Hund ein Problem sein, denn dann können sie keine Knochenteile im Magen zersetzen und sie werden anfälliger für Bakterien und Viren in der Nahrung. Hat Ihr Hund vermehrt Durchfall oder erbricht er eine gelbliche Flüssigkeit, sind dies Anzeichen für eine Unterproduktion. Dies resultiert meist darin, dass das Futter nicht zur Genüge aufgespalten werden kann, wodurch der Dünndarm nicht alle Nährstoffe aufnimmt. In diesem Falle könnte eine vermehrte Rohfütterung hilfreich sein, damit die Produktion der Säure im Magen angeregt wird.

Fazit

Die rohe Nahrung ist die urtypischste Ernährungsweise von Hunden und der Beweis dafür ist ihre starke und hohe Produktion von Magensäure. Diese starke Säure sorgt dafür, dass Knochenteile zersetzt werden können, ohne dass innere Verletzungen entstehen. Beim Barfen wird ausschließlich roh gefüttert, wodurch die Produktion der Säure im Magen angekurbelt wird. Dies ist eine gesunde und optimale Ernährungsweise für den Hund, solange auf die ausreichende Menge an Nährstoffen und Vitaminen geachtet wird.

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