Hunde kaufen - Worauf ist zu achten?

Published : 24.08.2021 10:37:06
Categories : Hunde

Wenn ein Hund ins Haus kommt, ist das eine aufregende Sache. Das neue Familienmitglied wird das Leben verändern und bestenfalls viele Jahre an der Seite seiner Menschen sein. Einen Hund kauft man deswegen auch nicht einfach mal so nebenbei. Vor der Anschaffung sind einige Überlegungen notwendig: Welche Rasse passt zu mir? Will ich einen großen oder einen kleinen Hund? Soll es ein Welpe sein? Oder wäre ein Tierheimhund eine tolle Alternative? Wir beleuchten das Thema Hundekauf und geben Tipps.

Viele Möglichkeiten, einen Hund zu kaufen

Wer sich einen neuen Hund anschaffen möchte, hat diverse Möglichkeiten: • einen Rassehund vom Hundezüchter kaufen • einen Hund per Annonce von Privatleuten kaufen • einen Tierheimhund adoptieren • einen Hund aus dem Ausland retten • einen Hunde-Senior aufnehmen. All diese Möglichkeiten sind richtig und gut. Jeder muss für sich selbst abwägen, welche Art von Hundekauf zu den persönlichen Vorlieben passt. Viele Leute lehnen die Hundezucht ab und möchten unbedingt einem Tierheimhund ein neues Heim bieten, der bisher noch nicht so viel Glück im Leben hatte oder dessen Besitzer verstorben ist. Andere wünschen sich eine bestimmte Rasse und die gibt es eben am einfachsten von einem Züchter. Ältere Leute entscheiden sich häufiger für Hunde-Senioren aus dem In- und Ausland oder einer privaten Abgabe. Beim Thema Hundekauf gibt es allerdings auch ein paar Quellen und Umstände, von denen hier dringend abgeraten sei:

Tiermärkte und Tierhändler im Ausland

Vor allem in Osteuropa, aber auch im Süden sind Tierhändler aktiv. Die Welpen sind zuckersüß und selbst Rassehunde werden oft für einen Spottpreis angeboten. Doch das Leid, das hinter dieser Maschinerie steckt, ist unglaublich: Die süßen Hunde werden ein paar Wochen angeboten und dann „entsorgt“, wenn sie keiner wollte. Der neue Wurf ist dann schon parat. Wer Tiere wirklich liebt, sollte das nicht unterstützen und auf Reisen einen Bogen um Tiermärkte und Tierhändler machen.

Dubiose Tiervermehrer im Inland

Leider gibt es solche Umstände nicht nur im Ausland. Auch im Inland gibt es Menschen, die mit fadenscheiniger Tiervermehrung Geld verdienen möchten. Hier heißt es wach zu bleiben und sich die Menschen, die einen Hund verkaufen möchten, genau anzusehen.

Was für ein Hund soll es sein?

Vielleicht hat der eine oder die andere schon eine absolute Lieblingsrasse. Oder Kaufinteressenten sind noch unsicher. Neben den persönlichen Vorlieben und dem Aussehen eines Hundes spielen diese Merkmale eine Rolle: • Temperament und Bewegungsbedürfnis des Hundes? • Haltung in der Stadt oder auf dem Land? • Wie viel Hundeerfahrung ist vorhanden? • Wie viel Platz hat der Hund? • Hat eine bestimmte Rasse besondere Eigenheiten? • Wie hoch ist das Budget? Wer sich einen großen Hund zulegen möchte, sollte auf jeden Fall ausreichend Geld, Zeit, Platz und Körperkraft haben. Zwar wird der Hund bestenfalls nicht mit Muskelkraft geführt, dennoch gibt es Situationen, in denen Herrchen und Frauen einen Hund auch mal tragen oder unterstützen müssen (nach einer OP oder im Rahmen eines Unfalls). Senioren wären hier mit einem 40 Kilogramm schweren Hund schnell überfordert. Ein Chihuahua dagegen ist kräftemäßig in allen Lebenslagen kein Problem. Rasseverzeichnisse informieren ausführlich über verschiedene Hundetypen und deren Bedürfnisse. Angesagt sind momentan auch die sogenannten Designerdogs (neue Kreuzungen, die noch nicht als Rasse gelten). Liebenswerte Dauerbrenner sind die gewitzten und meistens recht robusten Mischlinge.

Was kostet ein Hund?

Überforderte Halter, Hobby-Züchter oder Privatleute geben Hunde manchmal kostenlos ab oder verlangen eine kleine Schutzgebühr. Bei den Tierheimen- und Tierschutzvereinen werden Vermittlungsgebühren zwischen 200 Euro und 600 Euro fällig. Dafür sind die „Secondhand“-Hunde gechipt, entwurmt, geimpft und kastriert. Alte oder kranke Hunde werden vom Tierschutz manchmal auch ohne Gebühr mit einem sogenannten Schutzvertrag an private Pflegestellen abgegeben. Beim Züchter kosten Rassehunde ab 800 Euro bis hin zu vielen tausend Euro für besonders edle Tiere und seltene Rassen. Die gängigen und beliebtesten Rassen kosten zwischen 900 und 1.500 Euro. Private Züchter geben selbst Rassehunde oft viel günstiger ab. Hier sind Rassewelpen manchmal schon ab 300 Euro zu haben.

Hundekauf beim Züchter: Was muss ich beachten?

Fast alle Hundezüchter sind in großen Dachverbänden organisiert: Deutschland: VDH – Verein Deutscher Hundezüchter Österreich: ÖKV – Österreichischer Kynologenverband Schweizer: SRZ – Schweizer Rassehunde Zuchtverband. Wer eine ganz bestimmte Rasse sucht, kann sich direkt an die Zuchtverbände wenden. Auf den Webseiten der Organisationen gibt es Listen von Züchtern der gewünschten Rasse und aktuell zu verkaufenden Welpen. Ansonsten sind Züchter auch über Suchmaschinen im Internet auffindbar. Einen guten Hundezüchter erkennt man daran: • Er ist einem Verband abgeschlossen. • „Freie“ Hundezüchter wirken seriös und engagiert. • Der Züchter bietet höchstens zwei Rassen an. • Zuchthündinnen haben nur einen Wurf pro Jahr. • Die Elterntiere (ggf. auch nur die Mutter) können vor dem Kauf besichtigt werden. • Die Junghunde werden entwurmt und geimpft ab einem Alter von sechs Wochen abgegeben. • Ein Züchter „züchtet“ und „vermehrt“ nicht nur! Züchter sollten jederzeit freundlich und offen alle Fragen beantworten. Der Züchter kann auch nach dem Kauf eines Hundes noch eine ganze Weile ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner bleiben. Gerade Hundehalter-Neulinge profitieren vom Kontakt zu einem erfahrenen Hundefreund. Gute Züchter werden auch ihren Kaufinteressenten auf den Zahn fühlen. Besonders Spezialrassen oder sehr edle Tiere werden von Züchtern nicht ohne weiteres an jeden abgegeben. Liebevollen Züchtern ist daran gelegen, dass die Junghunde nur in gute Hände kommen. Ist der Wurf auf der Welt, können Käufer die Welpen schon vor dem Abgabetermin kennenlernen und sich ihren Favoriten heraussuchen. Die Welpen sollten beim Züchter von Anfang an gut sozialisiert sein. Das bedeutet, dass die Junghunde im Kreise einer Familie oder im Haus aufwachsen, liebevoll betreut werden und von Geburt an mit diversen Umweltreizen (Kinder, andere Hunde, Fremde usw.) bekannt gemacht werden. Junghunde vom Züchter sollten natürlich gesund wirken (schönes Fell, klare Augen, einwandfreie Atmung), aktiv und bei der Mutter oder Geschwistern sein. Hat jemand das Gefühl an einen unseriösen Züchter geraten zu sein, sollte man keine Mitleidskäufe tätigen und sich lieber weiter umsehen.

Ein Hund aus dem Kleinanzeigenmarkt

Über Online-Kleinanzeigen oder regionale Anzeigenblätter werden Hunde verschiedenster Art verkauft: Privatmenschen trennen sich im Rahmen eines Umzugs oder einer Scheidung. „Unfreiwillige“ Züchter verkaufen Überraschungswürfe zum kostengünstigen Preis. Manche Menschen suchen auch einen Partner für Dogsharing, was insbesondere für Berufstätige oder Senioren eine interessante Form der Hundehaltung sein kann. Im Privatbereich müssen Käufer gut auf freundliche und seriöse Vertragspartner achten. Leider sind auch skrupellose Tiervermehrer oder Tierhändler in den Anzeigenmärkten aktiv. Möchte jemand einen Hund so schnell wie möglich loswerden oder ist nur am Geld interessiert, ist Vorsicht angezeigt. Bestenfalls gibt es auch beim Hundekauf von Privat eine Kennenlernzeit zwischen Mensch und Tier.

Der Hund aus dem Tierheim: dankbare Freunde fürs Leben

Bei vielen Menschen schlägt das Herz insbesondere für die Fellnasen, die nicht mehr gewollt waren, ausgesetzt wurden oder die durch ein anderes Schicksal Herr und Heim verloren haben. Die Tierheime sind gerade in städtischen Regionen voll. Es ist ein Vorurteil, dass in Tierheimen nur schwierige, schwarze oder große Hunde zu finden seien. Beim Tierschutzverein können Interessenten große, kleine, alte und junge Hunde finden. Manchmal haben die Tierschützer sogar Welpen oder Rassehunde. Durch die Vernetzung können Interessenten ihren Traumhund heute auch beim landesweiten Tierschutz suchen und finden. Die meisten Tierheime bestehen auf eine Kennenlernen-Phase und ein Mitarbeiter besichtigt das zukünftige Heim der Hunde. So soll ausgeschlossen werden, dass die Hunde noch einmal Pech haben und leiden müssen.

Auslandsadoption von Hunden

Hunde aus Süd- und Osteuropa gelten als besonders sozial und verträglich. Dazu sind diese Fellnasen oft unendlich dankbar, wenn sie eine Couch beziehen und einen Menschen glücklich machen dürfen. Obwohl es auch bei uns genug Tierheimhunde gibt, sprechen gute Argumente für die Auslandsadoption: • Die Auswahl an jungen Hunden ist oft größer. • Die Hunde kennen leiden oft noch mehr, als die in unseren Tierheimen. • „Südländer“ sind oft bunte Mischungen und attraktive Vierbeiner. Es gibt inzwischen dutzende Organisationen, die sich um die Vermittlung von Hunden aus dem Süden und Osten spezialisiert haben. Einige davon sind sehr bekannt, andere sind kleinere Privatunternehmen. Die Hunde werden über das Internet angeboten. Wenn ein Interessent die Abnahme eines Hundes zugesagt hat, werden die Tiere nach Deutschland gebracht. Im Normalfall haben die neuen Halter also keine Möglichkeit den Hund zuerst kennenzulernen. In der Praxis ist das meistens kein Problem. Engagierte Tierschützer kennen ihre Hunde ganz genau und haben in der Regel auch ein gutes Gespür für Menschen. Sollte das Hund-Mensch-Paar später doch nicht so gut zusammenpassen, nehmen die Organisationen den Hund zurück oder kümmern sich um einen Tausch. Einige Hundefreunde entscheiden auch selbst ins Ausland zu fahren und den neuen Hund im Rahmen einer Urlaubsreise auszusuchen. Bei der Auslandsadoption müssen Menschen auf diese Punkte achtgeben: • Seriöse und transparente Arbeit. • Vermittlungspauschalen müssen angemessen sein. • Die Tiere müssen geimpft, gechipt und entwurmt sein. • Daneben sollten die Hunde mindestens einen Leishmaniose-Test haben. Besser sind Test hinsichtlich aller „Mittelmeerkrankheiten“.

Ratgeber zum Hundekauf – das Fazit

Wer sich einen Hund wünscht, hat viele Möglichkeiten, das passende Tier zu erwerben. An erster Stelle müssen Fragen hinsichtlich der Rasse, Größe, Haltungsbedingungen und Kosten geklärt werden. Während des Kontakts zu Züchtern, Tierheimen oder andere Quellen sollten Käufer Verstand und Herz gleichermaßen walten lassen. Dann steht dem Einzug des perfekten neuen Vierbeiners eigentlich nichts mehr im Wege!

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