Fellpflege von (lang)haarigen Hunden

Published : 03.08.2021 10:47:28
Categories : Hunde

Ein Hund mit langer Behaarung – wie wird sie gepflegt?

Jeder Vierbeiner ist mit einem Pelz ausgestattet, welches meist mit kurzen Haaren versehen ist. Bestimmte Rassen verfügen aber über eine längere Haartracht und manche sind auch besonders langhaarig. Hier ist dann eine gründlichere Pflege notwendig, um das Tier gesund zu halten. Wie das geht, erklärt folgender Bericht.



Welche Funktion hat das Fell?

Es gibt Rassen mit einschichtigem und zweischichtigem Haarkleid. Bei ersteren ist keine Unterwolle vorhanden, wie zum Beispiel bei Whippets. Unterwolle besitzen Tiere, die lange Zeit dem Wetter ausgesetzt sind. Hier ist der Border Collie beispielhaft. In erster Linie schützt es den Vierbeiner vor Kälte, Nässe und Hitze sowie auch vor Verletzungen. Diese wären schnell passiert, würde das Tier mit nur wenig oder gar ohne Haare durchs Unterholz kriechen. Auch ein Sonnenbrand wäre vorprogrammiert, wenn keine schützende Behaarung vorhanden ist. Damit es seine Aufgabe erfüllen kann, muss es regelmäßig gepflegt werden. Mit einer guten und intensiven Pflege wird aber auch die Haut in einem gesunden Zustand gehalten, damit sie den Körper vor Viren, Bakterien und Pilzen schützen kann. Nur so können gesunde Haare nachwachsen.
Weiterhin ist am Pelz des Tieres ersichtlich, ob es gesund oder krank ist. Ein gesunder und vitaler Wauwau hat eine glatte, glänzende Haarpracht. Ist sie matt, schuppig oder weist kahle Stellen auf, kann ein Ernährungsmangel oder ein Parasit dafür verantwortlich sein. Hier ist der Besitzer gefragt, indem er eine regelmäßige Inspektion von Haut und Haar vornimmt.


Wie kann es gepflegt werden?

Das tägliche Bürsten der Behaarung sollte zur Routine werden. Gerade nach einem Spaziergang im Wald oder auf Wiesen ist es keine Seltenheit, dass der Hund ungebetene Untermieter mit nach Hause bringt. Gemeint sind hier Zecken und Flöhe, die durch das Abbürsten aber relativ schnell entdeckt und eingesammelt werden können. Vor allem Zecken können gefährlich werden, da sie Überträger verschiedener Krankheiten sind. Diese sind auch für den Menschen eine Gefahr. Zudem werden Verletzungen oder Unregelmäßigkeiten an Haut und Haaren schnell gefunden und können versorgt werden, damit es nicht zu einer Infektion kommt.
Im Fachhandel sind unterschiedliche Pflegeprodukte erhältlich, die eine Erleichterung der Pflege darstellen und die Haare des Vierbeiners mit Aufbau- und Nährstoffen versorgen. Der Zeitaufwand kann damit erheblich eingegrenzt werden, da sich vorhandener Schmutz, Staub und lose Haare leichter entfernen lassen.
Weiterhin wird durch die tägliche Pflege eine Massage der Haut durchgeführt, welche für die Durchblutung förderlich ist und die Abwehrkräfte steigert.
Nicht jeder Vierbeiner ist erfreut, wenn er die Bürste sieht. Das kann daran liegen, dass er schlechte Erfahrungen gemacht hat, oder es einfach nicht richtig kennengelernt hat, anständig mit der Bürste behandelt zu werden. Vielleicht ist es ihm auch einfach nur unangenehm. Deshalb ist es wichtig, dem Tier schon als Welpe beizubringen, dass eine gute Pflege nicht schlimm ist. Hier kommt dann eine sehr weiche Bürste zum Einsatz, weil die Haut des kleinen Welpen noch sehr empfindlich ist. Sinnvoll ist es, das tägliche Bürsten und Kämmen in einem Spiel zu „verstecken“ und mit viel Belohnung zu arbeiten, damit der Welpe immer ein gutes Erlebnis damit verknüpfen kann. Deshalb können Bürste oder Kamm auch gerne einmal im Hundespielzeug „vergessen“ oder im Bettchen des Welpen liegen gelassen werden.


Langer Pelz – wie sieht die Pflege aus?

Je nachdem, wie lang und dicht das Haarkleid ist, kann sich die Pflege sehr unterschiedlich gestalten. Eines sei vorweg erwähnt und gilt besonders bei kurzhaarigen Tieren: Gebadet werden sollte es nur im absoluten Notfall, wenn keine andere Reinigung sinnvoller ist. Hierzu sollten dann nur rückfettende Hundeshampoos verwendet werden, damit Haar und Haut keinen Schaden nehmen.
Bei normaler Verschmutzung werden die langen Haare einige Male in der Woche intensiv durchgebürstet und ausgekämmt, damit Verfilzungen keine Chance haben.
Bei Tieren, die eine dichte Unterwolle besitzen, also ein zweischichtiges Haarkleid aufweisen, muss täglich zur Bürste gegriffen werden. Hat hier erst einmal eine Verfilzung stattgefunden, ist die schöne Pracht meist nicht mehr zu retten und muss geschoren werden.
Mit einer Natur- oder Drahtbürste wird zunächst gegen den Strich gebürstet, um es danach von vorne nach hinten mit dem Strich durchzukämmen. Befindet sich der Vierbeiner im Haarwechsel, sollte mit einem groben Kamm bis in die Unterwolle gekämmt werden, um täglich die losen Haare zu entfernen. Dann wird mit einem feineren Kamm das langhaarige Deckhaar bearbeitet. Hat der Hund eine sehr dichte Unterwolle, muss mit einer speziellen Unterwollbürste gearbeitet werden.
Sollten sich trotz bester Pflege doch einmal Verfilzungen gebildet haben, können diese meist leicht mit den Fingern behoben werden. Bei einer gröberen Verfilzung wird wohl eine Entfilzungsharke oder gar die Schere zum Einsatz kommen müssen. Deshalb sollte es gar nicht erst soweit kommen und täglich gebürstet werden.
Für eine gute Pflege sind einige Utensilien wichtig. Ein Kamm und eine Bürste verstehen sich von alleine. Diese sollten aber nicht aus Kunststoff hergestellt sein, denn dann erfolgt eine elektrostatische Aufladung der Haare. Naturborsten oder ummantelte Drahtborsten sind besser geeignet.
Weiterhin ist eine gute Schere sinnvoll, damit die Haare an den Ohren und den Pfoten gekürzt werden können.
Eine Unterwollbürste und eine Entfilzungsharke werden bei einem besonders dichten Haarkleid benötigt. Zudem sollte immer ein mildes Hundeshampoo bereitstehen.


Was passiert, wenn keine oder zu wenig Fellpflege durchgeführt wird?

Sollte sich der Halter gar keine Gedanken um das Haarkleid seines Vierbeiners machen, kann es struppig und matt werden. Auf der Haut bilden sich schuppige Stellen, die einen erheblichen Juckreiz verursachen können. Kratzt das Tier daran herum, sind Infektionen und Entzündungen keine Seltenheit. Das Fell kann verfilzen und bietet dann einen hervorragenden Nistplatz für Flöhe, Zecken und andere Parasiten. Ekzeme und Pilzbefall können die Folge daraus sein. Deshalb ist eine regelmäßige Pflege so wichtig.


Was machen, damit das Haarkleid glänzt?

Außer dem regelmäßigen Bürsten und Kämmen kann noch einiges mehr getan werden, um einen glänzenden Pelz zum Vorschein zu bringen.
Vor allem über die Ernährung ist einiges zu machen. So sollte ein Futter gewählt werden, welches einen hohen Anteil an Fleisch aufweist. Der Getreideanteil sollte geringer ausfallen. Weiterhin sollte der Vierbeiner nur sehr selten und in Ausnahmefällen gebadet werden.


Barfen – hat es eine positive Wirkung auf das Fell?

Um eine gesunde Haardecke zu erhalten, ist die Ernährung sehr ausschlaggebend. Bei den angebotenen Sorten an Fertigfutter ist nicht immer gewährleistet, dass auch hochwertige Produkte verarbeitet wurden. Leider sind hier immer wieder Zutaten zu finden, die sich nicht gut auf das Fellkleid des Hundes auswirken. Oftmals werden auch zu viel Getreide und minderwertige Öle verarbeitet. Deshalb bietet sich die Überlegung an, den eigenen Vierbeiner zu barfen, denn hier ist der Halter selbst dafür verantwortlich, was im Napf seines Lieblings landet.
Eine ausreichende Menge an Proteinen ist wichtig. Diese sind zum Beispiel in Muskelfleisch enthalten. Weiterhin ist durch diese Ernährungsweise gewährleistet, dass ausreichend gesunde Fette zum Einsatz kommen. Ein Getreideanteil sollte es beim Barfen am besten nicht geben.
Den Vierbeiner mit Barf zu ernähren hat also einige Vorteile, die sich nicht nur auf ein gesundes Haarkleid beziehen.

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