Verdauungstrakt des Hundes

Published : 28.06.2017 12:00:13
Categories : Barf

Der Prozess der Verdauung beginnt beim Hund am Fang mit der Aufnahme und endet am Anus mit der Ausscheidung der verdauten Nahrung, er ist wesentlich kürzer als bei uns Menschen und ist daher nicht für die Auftrennung von Obst und Gemüse, sowie Getreide geeignet. Hauptbestandteil der Verdauung ist der Magen, der im Vergleich zum Körper eines Pferdes 7-Mal so groß ist. Der Verdauungstrakt wird in folgende Abschnitte unterteilt: Maul, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und Anus.

Verdauung im Maul: Im Maul wird die aufgenommene Nahrung nicht verdaut, sondern gilt lediglich der Aufnahme. Der Hund kann zwar mit seinen starken und scharfen Zähnen verschiedene Teile eines Tiers reißen und klein beißen oder kauen. Jedoch wird trotzdem das Fleisch nicht durch den Speichel, wie bei uns Menschen vorverdaut. Die aufgenommene Nahrung wird lediglich mit dem Speichel "rutschig" gemacht, damit diese besser in den Magen gelangen kann. Hierzu wird schon bei Erblicken bzw. Erriechen der Nahrung der Speichelfluss enorm angekurbelt, sodass die Speicheldrüsen (Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse) des Hundes arbeiten. Dies ist nötig, da der Hund viel größere Brocken schluckt, als wir Menschen. Vor allem bei Knochen ist das der Fall und damit diese nicht stecken bleiben wird die Nahrung rutschig gemacht.

Rachen: Daraufhin gelangt die Kost in den Rachen des Hundes, wodurch nach Berühren der Schleimhaut ein Prozess ausgelöst wird, der den Nasenraum und den Kehlkopfdeckel schließen lässt, damit die Nahrung auch tatsächlich nicht in die Luftröhre, sondern in die Speiseröhre gelangt.

Speiseröhre: Die Speiseröhre ist wie bei uns Menschen sehr muskulös und gilt als Verbindung zwischen Magen und Rachen. Durch die Schleimhaut in der Speiseröhre wird der Transport in den Magen erleichtert. Nach Kontakt der Kost mit der Speiseröhre fangen die Muskeln an zu arbeiten und befördern die Nahrung durch Kontraktion in den Magen. Dies wird allgemein als Peristaltik bezeichnet. Diese arbeitet nur in eine Richtung, wodurch das Essen nicht mehr zurückgelangen kann.

Magen: Im Verhältnis zur Körpermasse ist der Magen des Hundes enorm groß und bildet den wichtigsten Bestandteil bei der Verdauung der Nahrung. Durch die unterschiedliche Nahrungsaufnahme, vor allem in Bezug auf die Menge, ist der Magen des Hundes ziemlich dehnbar. Der Hund hat kein Sättigungsgefühl, wodurch der Magen als Nahrungsspeicher fungiert, sodass größere Mengen auf einmal aufgenommen werden können. Deshalb nennt man den Magen des Hundes auch Sackmagen. Beim Wolf sehen wir das Beute- und Verdauungsverhalten ganz deutlich. Wenn dieser seine Beute reißt, frisst er sich voll und legt sich erst einmal zur Ruhe, um die Kost zu verdauen. Es kann dann durchaus sein, dass der Wolf mehrere Tage nichts mehr zu fressen vor die Nase bekommt.

Im Magen befindet sich zudem die Magensäure, die zehn Mal internsiver ist, als die von uns Menschen. Deshalb kann ein Hund auch Knochen ohne Probleme verdauen. Die Magensäure tötet Mikroorganismen, Bakterien und zersetzt die Nahrung. Es wird zudem ein Schleim produziert, damit die Magenschleimhaut nicht selbst zersetzt wird. Die Produktion der Magensäure erfolgt außerdem nicht permanent, sondern erst bei der Nahrungsaufnahme durch einen Schlüsselreiz.

Im Magen selbst findet keine wirkliche Verdauung statt, sondern lediglich das Abtöten der Bakterien und Mikroorganismen und das grobe Zersetzen der Nahrung.

Dünndarm: Dieser besteht aus Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm. Wenn der Nahrungsbrei an den Dünndarm weitergegeben wird, sorgt dieser erst einmal für die Neutralisierung der Magensäure. Dies veranlasst der Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse, durch das enthaltene Bikarbonat (Zwölffingerdarm). Dadurch steigt der PH - Wert deutlich an. Desweiteren wird der Nahrungsbrei mit Säften der Dünndarmschleimhaut, Galle und Bauchspeicheldrüse vermischt. Dadurch werden Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate gespalten. Durch die Dünndarmschleimhaut gelagen diese dann in das Blut des Hundes. Nachdem die Resorption der Nahrung im Leerdarm erfolgt, gelangt der Brei über den Krummdarm in den Dickdarm des Hundes.

Dickdarm: Dieser besteht aus Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm. Im Dickdarm werden zunächst Wasser und Salz resorbiert. Es wird also Wasser entzogen, wodurch der Brei dicker wird und schlussentdlich zu Kot geformt wird. Zudem werden verschiedene Vitamine durch den Dickdarm aufgenommen wie zum Beispiel Vitamin K. Der Dickdarm ist im Vergleich zu uns Menschen sehr klein. Ist der Mastdarm gefüllt, wird der mit Schleim zugesetzte Kot durch den After ausgeschieden. Im After befinden sich die sogenannten Anal Beutel, diese geben ein Sekret an den Kot, das zur weiteren Gleitfähigkeit und in erster Linie als Erkennungsmerkmal für die Hunde untereinander fungiert.

Wie wir nun sehen können ist der Verdauungstrakt des Hundes, im Vergleich zu uns Menschen enorm verkürzt. Der Magen gilt zudem fast ausschließlich als Speicherorgan und gibt durch den Hund geregelt das Futter an den Dünndarm weiter. Gerade durch den einfachen Aufbau des Verdauungstraktes kann der Hund kein Getreide oder Obst und Gemüse verdauen.

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