Adipositas bei Hunden

Published : 31.07.2017 13:30:04
Categories : Barf

Adipositas bei Hunden - Folgen, Behandlung und Vorbeugung
Übergewicht, auch Adipositas genannt, beschreibt das Überschreiten des Normalgewichts, meist durch eine übermäßige Ansammlung von Körperfett. In Europa ist jedes dritte Haustier von Adipositas betroffen, was häufig daran liegt, dass sie von ihren Haltern falsch ernährt werden. Bei Übergewicht handelt es sich keineswegs nur um ein ästhetisches Problem, sondern um ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für das Tier. Adipositas erhöht massiv das Risiko für Krankheiten, schränkt die Lebensqualität des Tieres ein und verkürzt sein Leben drastisch. Jedoch sind gesundheitliche Folgen in der Regel besonders mit einer richtigen Ernährung (wie z. B. BARF) vermeidbar, denn mit ihnen lässt sich gut ein normales Gewicht erreichen. 

Symptome von Übergewicht
Ein Hund gilt als übergewichtig, wenn sein Körperfettanteil mehr als 15–20 % beträgt oder sein Gewicht 10–20 % über dem Idealgewicht seiner Rasse liegt. Unabhängig von Rasseunterschieden sind die folgenden Anhaltspunkte geeignet, denn Übergewicht ist schon äußerlich gut zu erkennen. Ein Hund ist dann idealgewichtig, wenn die Knochen von Rippen, Becken und Wirbelsäule leicht tastbar, aber nicht sichtbar sind. Das Tier muss über eine erkennbare Taille und eine geringe Unterhautfettschicht verfügen. Übergewicht bei Hunden äußert sich durch eine dickere Fettschicht, die sich am Körper anlagert. Die Rippen sind nicht mehr gut oder nur schwer zu ertasten. Die Unterhautfettschicht ist sehr ausgeprägt und die Taille reduziert oder nicht mehr vorhanden. Zu den sichtbaren Zeichen von Fettleibigkeit können schnell noch weitere Symptome hinzukommen, wie etwa Schwierigkeiten beim Laufen, Kurzatmigkeit, Schwerfälligkeit und lange Schlafzeiten. 

Ursachen der Fettleibigkeit 
Prinzipiell tritt Übergewicht auf, wenn die Energiezufuhr höher ist als der Energiebedarf. Die Überversorgung führt dazu, dass überflüssige Energie als Fettgewebe im Körper angelagert wird. Meist ist das Übergewicht auf falsche Ernährung des Hundes zurückzuführen. Hauptursache ist dabei das Fütterungsverhalten der Hundehalter. Vor allem Leckerlis zwischendurch erhöhen die Energiezufuhr erheblich, werden aber häufig nicht als eigentliches Futter registriert. Auch falsch zusammengesetztes Futter, das zu hochkalorisch und zu fetthaltig ist, führt schnell zu einer Gewichtszunahme. Das Übergewicht wird allerdings noch von weiteren Faktoren beeinflusst. Dazu gehört Bewegungsmangel. Viele Haustiere bekommen zu wenig Auslauf und verbrauchen nicht genug Energie, um ihr Futter verbrennen zu können. Genetische Faktoren begünstigen ebenfalls ein Übergewicht. Bestimmte Rassen wie beispielsweise der Retriever, Cocker Spaniel, Dackel, Deutscher Schäferhund und Terrier neigen zu Übergewicht. Häufig liegt es auch daran, dass der Hund aufgrund von Alterungsprozessen weniger Energie benötigt als früher und der Besitzer die Futtermenge nicht entsprechend angepasst hat. Auch hormonelle Umstellungen nach einer Kastration können zu einem erhöhten Gewicht führen. Es gibt weiterhin einige Erkrankungen oder Medikamente, die Übergewicht zur Folge haben können.

Mögliche Folgeerkrankungen 
Übergewicht wirkt sich negativ auf die Lebensfreude und den allgemeinen Gesundheitszustand von Tieren aus. Mit überschüssigen Fettpolstern sind sie weniger beweglich, werden träge und ihr Risiko für Folgeerkrankungen ist deutlich erhöht. Sogar ihre Lebenserwartung ist geringer als die von Tieren mit Normalgewicht. Bei Übergewicht sollten daher dringend Maßnahmen zur Reduktion des Körpergewichts ergriffen werden, um Krankheiten vorzubeugen. Adipositas führt im Laufe der Zeit zur Organverfettung, insbesondere der Leber. Zudem ist bei Adipositas der Stoffwechsel nicht mehr in der Lage, den Körper mit notwendigen Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, insbesondere das Herz leidet darunter. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge. Die Einlagerung von Fettdepots im Körper schränkt ebenfalls die Lungenkapazität ein. Dies führt zu schneller Ermüdung und Kurzatmigkeit. Fettpolster können zudem zu Darmträgheit und Verstopfung führen. Auch die Funktion der Bauchspeicheldrüse wird durch Übergewicht dauerhaft geschädigt, was zu Diabetes führen kann. Das Übergewicht führt zudem zu einer Belastung des Bewegungsapparates (Muskeln, Knochen und Gelenke), was auf Dauer Schmerzen, Bewegungsstörungen und rheumatische Erkrankungen zur Folge hat. 

Was tun bei Übergewicht 
Jeder Gewichtsverlust, der den Hund näher zu seinem Idealgewicht bringt, ist von gesundheitlichem Nutzen. Hunde mit optimalem Körpergewicht bekommen weniger Krankheiten und leben länger. Die besten Methoden, das Tier auf sein Normalgewicht zu bringen, sind im Allgemeinen eine bedarfsgerechte Ernährung (eine frische Ernährung wie mit BARF kann von Vorteil sein), mehr körperliche Betätigung, die Behandlung zugrunde liegender Krankheiten und in Einzelfällen Medikamente. In der Regel ist eine generelle Änderung der Lebensweise für das Tier (aber auch für den Halter) notwendig. 

Die richtige Ernährung 
Bis der Vierbeiner sein Idealgewicht erreicht hat, muss die Futtermenge angepasst werden. Die übergewichtigen Tiere bekommen die Futtermenge, die zu dem angestrebten Endgewicht passt. Dies ist abhängig von der jeweiligen Rasse. Es ist allerdings nicht sinnvoll, die Futtermenge einfach nur zu reduzieren, es muss vielmehr darauf geachtet werden, dass der Hund alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zu sich nimmt. Es ist ratsam, die Ernährung auf ein für die Gewichtsabnahme entwickeltes kalorienarmes Futter (z. B. BARF) umzustellen. Bei BARF kann die Energiedichte des Hundefutters reduziert, doch der nötige Anteil an Protein und anderen Nährstoffen erhalten bleiben. Es ist ohne Weiteres möglich, Hunde mit frischem Futter wie BARF ausgewogen zu füttern, allerdings muss die Zusammenstellung passen. Eine gute Ernährung damit erfordert gute Kenntnisse über Tierernährung. Hier können Fachhändler oder der Tierarzt wichtige Hinweise geben. Mit diesem Futter ist es jedoch gut möglich, bei übergewichtigen Hunden zu erreichen, dass Fettmasse abgebaut wird, während die Muskelmasse erhalten bleibt. Dazu enthält das Futter am besten viel hochwertiges Protein bei einem gleichzeitig geringen Fettanteil. Dafür eignen sich magere Fleischsorten wie Geflügel, Kalb oder Kaninchen als Grundanteil der Mahlzeit. 

Richtig vorbeugen
Am besten ist es, Übergewicht gar nicht erst entstehen zu lassen, daher sollte im Idealfall bereits bei Welpen auf eine optimale Ernährung geachtet werden. Vorbeugen ist wie bei vielen anderen Krankheiten viel einfacher als die spätere Heilung. Jedoch lassen sich Gesundheit und Wohlbefinden eines übergewichtigen Hundes meist wieder deutlich steigern, indem er wieder sein Normalgewicht erreicht. Im Normalfall kann dies durch eine bedarfsgerechte Ernährung erreicht werden. Oft lässt sich bereits mit einer Umstellung auf ein natürliches Futter wie BARF eine richtige Gewichtsentwicklung erreichen. In der Anfangsphase können eine Diät und eine stärkere Futterreduktion angeraten sein, doch wenn das Tier wieder auf dem Wunschgewicht angekommen ist, sollte die Futtermenge wieder etwas nach oben korrigiert werden. Doch ist es weiterhin nötig, darauf zu achten, dass es nicht wieder zu Übergewicht kommt. Die Ernährung muss dauerhaft umgestellt werden, auch, wenn der pelzige Liebling am Mittagstisch noch so sehr um Futter bettelt. Falls der Hund dann zusätzlich noch Leckerlis bekommt, kann sich schnell wieder eine Gewichtszunahme einschleichen. Denken Sie immer daran, dass die Gesundheit und Zufriedenheit Ihres Hundes besonders von der richtigen Ernährung abhängt.

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